Glanzmispel vermehren: So machen’s Profis

Devil’s Dream® – vom Zufallssämling zum Traum in Glutrot

Es klingt verrückt, aber die Geschichte der brandneuen,
feuerroten Photinia Devil’s Dream® lässt sich fast hundert Jahre zurückverfolgen!
Und das war so …

1943, Birmingham, Alabama: Auftakt einer Erfolgsgeschichte

Oliver „Ollie“ Fraser war Besitzer einer gut gehenden Baumschule im Süden der USA.
Mit Leidenschaft kümmerte er sich unter anderem darum, Glanzmispeln zu vermehren.
Eines Tages sammelte er Samen der asiatischen Art Photinia serratifolia (Sägeblättrige Glanzmispel)
und setzte sie in Erde. Als die Sämlinge heranwuchsen, war Fraser nicht wenig überrascht:
Was dort entstand, waren ungewöhnlich schnell wachsende Sträucher, die zudem einen bisher nie
dagewesenen, leuchtend roten Austrieb zeigten!

Dieser „Urknall“ fand im Jahr 1943 statt. Bald darauf stellten Experten fest, dass es sich bei Frasers
Zufallssämling um eine Kreuzung der Photinia serratifolia mit benachbarten Photinia glabra (Japanischen Glanzmispeln)
handelte – beides immergrüne Photinia-Arten.

„Frasers Glanzmispel“, die erste rotlaubige Art

Fraser benannte die bahnbrechende Hybride, die ihm so einfach zugefallen war, nach sich selbst: Photinia fraseri. Seitdem hat die wundervolle Pflanze ihren Siegeszug rund um die Welt angetreten und vollendet. Wegen ihres raschen Wuchses, ihrer Pflegeleichtigkeit und der spektakulären roten Triebe ist Frasers Glanzmispel bei allen Gärtnern beliebt.

Aus diesem „Ahnherrn“ aller Rotlaubigen Glanzmispeln wurden im Laufe der Zeit viele verschiedene Sorten gezüchtet. Eine der frühesten war die australische Robusta. Red Robin, eine heute sehr verbreitete Sorte, stammt aus Neuseeland. Viele Baumschulen vermehren diese Glanzmispel.

Feurig roter Urenkel von Frasers Zufallssämling: Devil’s Dream®

Mit Devil’s Dream® gibt es heute auch einen Vertreter, der einer der berühmtesten Baumschulgegenden Deutschlands, ja Europas entstammt: dem Ammerland. Baumschulen in ganz Deutschland und den Niederlanden vermehren diese Glanzmispel-Sorte. Sie zeichnet sich durch ihren glutroten Austrieb und ihre besonders dichte Verzweigung aus. Gezüchtet wurde Devil’s Dream® von der Baumschule Manfred Behrens, wo sie über Stecklinge vermehrt wird.

Devil’s Dream® – Photinia-Vermehrung in Handarbeit

In der Baumschule Manfred Behrens trifft Hightech auf Handarbeit. Zunächst schneiden die Mitarbeiter sorgsam die Devil’s-Dream®-Stecklinge. Die daraus entstehenden Jungpflanzen werden gehegt und gepflegt, bis sie eine Größe von etwa 20 cm erreicht haben.

Bis es soweit ist, läuft die Arbeit größtenteils automatisiert. Die Pflanzen stehen in 5 m hohen Hightech-Tunneln, in die selbstfahrende Stutzmaschinen direkt hineinfahren können. Auch die Lüftung erfolgt vollautomatisch.
„All das erspart uns lange Laufwege und ermöglicht es, sowohl beim Topfen und der Pflege als auch beim Versand mit Maschinen zu arbeiten“, so Eigentümer Manfred Behrens. Ein weiteres Plus: Die perfekt kontrollierten Wachstumsbedingungen garantieren eine gleichmäßig hohe Pflanzenqualität.

Nach dem Vermehren kommt das Aufziehen

 

Dieses hohe Niveau wissen auch die rund 40 deutschen und niederländischen Baumschulen zu schätzen,
die die Jungpflanzen von Behrens übernehmen. Sie topfen sie um und ziehen sie groß, bis sie mindestens 50 cm Höhe erreicht haben.
Manche Betriebe behalten ihre Devil’s Dream® bis zu einer Größe von 1,50 bis 2,00 m.
Erst dann gehen die glutroten Glanzmispeln in den Verkauf – Willkommen in Ihrem Garten!

Tipp: Glanzmispel selbst vermehren

Sie können Ihre Devil’s Dream® auch ganz einfach selbst vermehren. Schauen Sie sich einfach die Stecklingsvermehrung vom Profi ab. Schneiden Sie im Sommer ein paar Triebe vom Strauch ab. Die Steckhölzer sollten mindestens drei komplett ausgebildete Blattpaare aufweisen, etwa 30 cm lang und schon halb verholzt sein.

Entfernen Sie das unterste Blattpaar. Füllen Sie einen Topf mit Torf und Anzuchterde und stecken Sie den Steckling hinein. Nun kommt ein Pflanzenhut über den Topf. (Eine durchsichtige Plastiktüte in ausreichender Größe tut es auch!) Achten Sie in den folgenden Wochen auf ausreichende, aber nicht zu üppige Wassergaben und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Nach einigen Wochen bildet der Devil’s-Dream®-Steckling Wurzeln. Das ist der Moment, an dem Sie den glutroten Nachwuchs zunächst in einen größeren Topf umpflanzen können. Später dann darf er in den Garten.
Viel Erfolg beim Vermehren!